Kulturschock :)

Wer Spuren hinterlassen will, muss aufstehen und gehen

05Februar
2015

Das andere Ghana

Das Ghana, was wir hier kennen lernen bzw. was uns hier so gezeigt wird, ist meistens das Ghana, in dem die Leute zwar weniger haben als wir, aber hier immer noch als relativ wohlhabend bezeichnet werden können. 
Heute haben wir uns mit einer Ghanaerin getroffen, die uns das "andere" Ghana gezeigt hat. 
Anita ist Lehrerin an einer Schule, die nur Slumkinder aufnimmt. In vier kleinen Räumen werden bis zu 100 Kinder unterrichtet.
Um für diese Schule Geld zu verdienen, führt sie Gruppen durch Jamestown und die Agbogbloshie-Mülldeponie. 
Blick auf die Mülldeponie Eine Großküche im Slum Kinder aus einer der Slumschulen

Der Ort ist einer der giftigsten Orte der Welt, weil hier Fernseher, Autos und der tägliche Straßenmüll einfach verbrannt werden. Wir hatten in dem Sinne Glück, dass heute keine großen Feuer angezündet wurden, sodass kaum Rauch in der Luft war. 
Was man dort gesehen hat, war jedoch wirklich einfach krass. 
Kleine Kinder und Tiere, die ein Leben im Müll führen. 

16Januar
2015

2015

So schnell ist man dann im neuen Jahr und bald wieder zuhause. 
Um nochmal etwas anderes zu sehen, haben wir uns noch einen Wasserfall hier in der Nähe von Accra angeguckt. Man kann im Dodowa Wasserfall zwar nicht baden, weil das Wasser gefühlte -273,15 Grad hatte, aber für ein paar nette Fotos und ein Minipicknick hat es gereicht.

Wie man sieht, hab ich mich dann auch mal entschieden "typisch" afrikanisch auszusehen. Naja jedenfalls so fast und mir meine Haare twisten lassen. Das Ergebnis nach 8!! Stunden ist ziemlich schwer und darf nicht gewaschen werden. Aber muss man ja auch mal ausprobieren.

So langsam merke ich dann jetzt, dass bald Ende is... 
Ich werde bald die letzten Souvenirs einkaufen, das letzte Mal zur Schneiderin gehen und das letzte Mal in unsere Sektenkirche gehen... ok sowieso erst das zweite Mal :D Falls ich also doch nicht wiederkomme, bin ich irgendwo im engeren Kreis verschollen...
Ein weiterer Wasserfall irgendwo in Ghana Weil auch ich mal blöd aussehen kann

30Dezember
2014

Weihnachten 2014

Es ist schon ein bisschen komisch, nicht zuhause bei der Familie gewesen zu sein, aber auch definitiv mal ein Erlebnis.
Pünktlich zu Weihnachten haben wir hier mal etwas sehr europäisches ausprobiert: Kino!
Für all diejenigen, die immer noch denken, Ghana sei nicht so weit entwickelt: Ja, hier gibt es Kinos. Ich kenne sogar drei verschiedene. Jedenfalls von außen.
Was das Kino eindeitig europäisch hat werden lassen, war die Temperatur. Aus irgendeinem Grund fanden die wohl, dass man bei 15 Grad den Film am besten gucken kann.. Ein Hoch auf den aus Deutschland mitgebrachten Schal.

Der 24. war relativ unspektakulär. Wir haben zusammen gekocht und und nachmittags die deutschen Plätzchen und Lebkuchen schmecken lassen :) 
Am 25. bin ich dann mit drei anderen Mädels auf Tour gegangen. Unser Ziel war Weihnachten am Strand und das haben wir definitiv geschafft.
Zuerst waren wir in Busua, ein kleines Kaff am Meer, wo wir in einem Hotel gewohnt haben, dass 3Euro die Nacht gekostet hat. Ghanaische Preise...
Dort wurden wir am ersten Tag von einem Typen angesprochen, der meinte er macht die besten Fruchtsäfte Ghanas. Da man so Sachen ja schon kennt, haben wir ihn erstmal gepflegt ignoriert.. Bis wir den Reiseführer gelesen haben und da stand dann Frank, the Juiceman drin. Wir hatten also den angeblichen besten und frischesten Fruchtsaft Ghanas :D

Am 27. sind wir weiter Richtung Cape3Points, dem südlichsten Zipfel Ghanas. Die dort liegen EcoLodge liegt wirklich mitten in der Pampa aber an einem echt wundervollen Strand. Das Hotel war auch ein Erlebnis. Die Toiletten waren Plumpsklos, die durch die Sonne und Laub, was man darein geworfen hat, irgendwann und irgendwie Dünger produzieren. Roch auch so. 
Und die Dusche war ein großer Eimer mit nem kleineren Eimer drin. Aber das ist auch momentan schon ziemlicher Luxus. Accra hat nämlich kein Wasser. Da doch lieber keinen Strom.
Von dem Hotel aus haben wir dann auch einen kleinen Spaziergang zum südlichsten Leuchtturm Ghanas gemacht, von dem aus man echt ene tolle Aussicht hatte.
Für den 29. hatten wir uns dann für 9 Uhr ein Taxi bestellt, das uns wieder Richtung Zivilisation bringen sollte. Etwas unerwartet war dann, dass es schon um 7:30 da stand, weil wir eigentlich damit gerechnet hatten, dass er typisch ghanaisch ne Stunde zu spät kütt...
So schnell ist dann auch schon die nächste Reise vorbei und ich freu mich auf weitere 8 Wochen, hoffentlich mit Wasser und Strom :) 

Die moderne Dusche Ghanaische Weihnachten :) Lighthouse inna Pampa Traumstrand inna Pampa :)

18Dezember
2014

Weihnachtsparty

Meine Klasse Dolce zum ZweitenGhanaischer Weihnachtsmann Dolce zum Ersten

16Dezember
2014

Weihnachtliche 30 Grad

So nachdem lange nickes mehr kam, hier mal wieder ein paar Bilder und die dazugehörigen Infos:
Letzten Samstag waren wir auf der Verlobung von einem "Freund des Hauses" oder auch einfach eines Nachbarn. Die hat erst typisch ghanaisch drei Stunden zu spät angefangen, aber naja für Essen wartet man ja auch gerne mal länger :) Auch war es cool die ganzen ghanaischen Gewänder zu sehen!
Im Projekt ist ab jetzt Weihnachtsstimmung: Die Räume wurden dekoriert, die Weihnachtskarten gebastelt und die Lieder geschrien. Donnerstag ist der letzte Schultag und da wird erstmal mit den ganzen Lehrern, Köchinnen und der Schulleiterin gewichtelt.

Auch wenn meine Schule hier relativ reich ist, sieht man doch auf der Straße relativ häufig die andere Seite Ghanas: Kinder, die nicht mal die täglichen 25 Cent Schulgeld zahlen können. Hierzu gehört auch Olivia. Die Schwester von einem Bekannten. Mit zwei anderen Mädchen aus dem Haus haben wir jetzt Geld gesammelt, damit sie die nächsten paar Jahre zur Schule gehen kann und nicht mit 7 Jahren schon den ganzen Tag auf der Straße lebt. 

Allgemein ist meine Weihnachtsstimmung hier so, wie man sie sich bei 30 Grad halt so vorstellt. Trotz Deko überall und unseren sonntäglichen Adventsessen fehlt dann doch irgendwie die deutsche Kälte oder wenigtsens ein Plätzchen :)

Traditionelle Verlobung Die typischen Schneemänner aus Ghana Was gibt es besseres als ein Kinderlachen? Olivia

22November
2014

Filmstar

Nachdem ich Bauarbeiter und Sektenmitglied abgearbeitet habe, habe ich hier meinen nächsten Beruf ergriffen: Filmstar

Ok gut, das mag jetzt leicht übertrieben sein, aber immerhin war ich im Fernsehen. Meine Schule hat Weihnachtsgrüße und ein Lied für das ghanaische Fernsehen aufnehmen lassen und welche bessere Werbung gibt es, als die kleine Chinesin aus meiner Klasse und einen Obruni aus Europa einen Satz sagen zu lassen?!
„From home to home and heart to heart, from one place to antoher, the warmth and joy of Christmas brings us closer to each other“
Vielleicht etwas zu kitschig, aber immerhin besser als “I like Christmas because I get presents”

Jetzt haben wir nur ein Problem: Wir haben hier keinen Fernseher und jetzt kann ich meinen Durchbruch gar nicht live im Fernsehen sehen :(
Sonst habe ich hier übrigens keine Probleme :D

 Beerdigung I Beerdigung II Ghanaische

02November
2014

Tanzende Busse

 Nachdem ich bis jetzt das ghanaische Essen nur gelobt hab, jetzt mal etwas, was mir so überhaupt nicht schmeckt: Banku. Das ist so ein Teigklumpen, der leicht sauer und bitter schmeckt. Jedenfalls so, dass man das Essen nicht kauen soll, sondern direkt runterschluckt (Das machen selbst die Ghanaer) und dazu so eine Soße aus Fisch und Ei. Das klingt jetzt vielleicht nicht so lecker.. Isses auch nicht. Besonders toll war dann, dass die Lehrerin im Projekt meinte: Force you to eat. Dankeee nein. Höflichkeit hin oder her, aber das konnte man nicht aufessen.

Im Projekt wird es dafür aber auch nicht langweilig. Am Freitag wurde meine Klasse zur Direktorin gerufen, die dann zu mir meinte, ich solle mir mal die Hände waschen. Im Endeffekt hab ich dann kleine Kapseln aufschneiden müssen und sie den Kindern in den Mund drücken. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es Vitamine oder die Polioimpfung war, aber is ja auch wurscht. Die kleinen Kinder aus der Krippe hassen mich jetzt bestimmt eh.

Gestern war unser Haus zu der Beerdigung von dem Vater und der Stiefmutter von unserem Chefkoordinator eingeladen: Mit einem Bus (der Fahrer hatte entweder keinen Führerschein oder war zu blöd zum Schalten) sind wir dann mit 20kmH drei Stunden lang in die völlige Pampa gefahren.
Beerdigungen haben hier den Dresscode schwarzrot und schon an dem Haus, das die Familie des Toten für das Wochenende gemietet hatten, liefen hundert Menschen in schwarzrot rum. Dort haben wir auch so einen kleinen Klebezettel bekommen, den man sich an das Kleid oder sonst was pappt, der besagt, wer gestorben ist und wie alt die waren. Diese „Symbol“ war auch noch auf ein Taschentuch gedruckt, was uns verteilt wurde und auf die Wasserflaschen. Ein Riesenaufwand für alle Leute…
Beerdigungen sind hier eher Partys. Man feiert halt das Leben oder dass man jetzt bei Gott ist oder sowas. Jedenfalls sind wir dann noch ein paar Minuten weitergefahren zum offiziellen Part. Da liefen dann bestimmt nochmal 1000 Menschen in schwarzrot rum und wir mussten gefühlt der Hälfte die handschütteln, um unser Beileid auszudrücken (Vielleicht waren es auch nur so viele, weil die mal ne weiße Hand schütteln wollten :D)
Die Särge waren das eigentliche Highlight:
Einer komplett in gold und der andere war als Bus gestaltet (der Tote war halt früher Driver)

Wir haben dann noch einer (sehr) vollschlanken Person und einer Trommelgruppe beim Tanzen zugeguckt, die sich gerne auf den Schoß von Leuten setzt und erst dann geht, wenn sie Geld kriegen… Nicht so nett.

Als die Särge dann Richtung Grab getragen wurden, konnte man das überhaupt nicht mehr mit Deutschland vergleichen. Die Särge wurden gedreht und quasi mit denen getanzt, sodass jeder lebenden Person schlecht gewesen wäre.
Ohne am Grab gewesen zu sein, sind wir dann wieder zum Haus zurück und haben gegessen: So circa jedes ghanaische Gericht, was existiert: Jollof, EggStew, Reis, Vegetables… und Banku L

19Oktober
2014

Reisen

Für Opa, der bestimmt wissen will, wie die Reise war:

Als Erstes sollte ich erwähnen, dass wir die Shai Hills (ein Naturreservat in der Nähe von Accra und die Wli-Waterfalls (Wasserfälle an der Grenze zu Togo) erstaunlich gut gefunden haben und dass, obwohl es nur TroTros gibt, die einem zwar sagen, wo sie theoretisch hinfahren, das aber nicht heißt, dass man da ankommt... 
Durch die Shai Hills sind wir erst mit dem Taxi gefahren, da Wandern in der Savanne doch leicht warm ist, um dann so ne knappe Stunde Berg hoch zu klettern. War zwar ziemlich anstrengend, aber die Aussicht war es eindeutig wert. Auch die Tatsache, dass wir es alle geschafft haben durch ein kleines Loch in 2 Meter Höhe auf die Plattform zu kommen, hat die Stimmung eindeutig gehoben!! 
In den Shai Hills laufen auch noch Affen und Antilopen frei rum, wir haben jedoch nur die Paviane und eingesperrte Sträuße gesehen.

Mit dem TroTro sind wir dann weiter Richtung Hohoe (und nein: 4 Stunden in einem wackelnden Bus in den es rein regnet ist nicht so schön), wo wir in einem Hotel übernachtet haben, dass von Deutschen geführt wurde.
Morgens um 8 haben wir dann eine 6-stündige Tour zu dem oberen und unteren Wasserfall gemacht. Wanderung wäre echt untertrieben, da wir senkrecht einen Berg hochklettern mussten und uns mit einem Stock durch Wald und Wiesen schlagen musste. Definitiv ein Erlebnis.
Direkt unterm Wasserfall zu schwimmen war eigentlich nicht möglich, da das Wasser, das aus 70 Metern "runter fiel" auf der Haut doch etwas weh tat. Aber es hat trotzdem richtig Spaß gemacht.

Ich hab dir (und den anderen Leuten, die das hier lesen) mal ein paar Bilder eingefügt :)

 

  Valerie und Priscilla Orgelpfeifen auf den Shai Hills  Sportunterricht an der Schule Obrunis für die Hochzeit

13Oktober
2014

Viertel

Bevor mir am Ende nachgesagt wird, ich lese die Einträge, die ihr hier macht gar nicht: Doooch natürlich!!! Und ich freue mich über jeden Einzelnen (Mehr oder weniger :) )

Hier in Ghana hat mich so langsam der Alltag eingeholt, was aber nicht sagen soll, dass es hier langweilig wird! Am Wochenende haben wir eine ghanaische Hochzeit gesehen, wobei man sagen muss, dass diese relativ normal war. Die Leute waren nur anders gekleidet... und ein Kleinkind hat Wodka trinken dürfen....

Allgemein steht man hier jeden Morgen ziemlich früh auf, da die Hitze und auch die Helligkeit einen regelmäßig aufweckt.
Wenn ich dann morgens in die Küche gehe, kriegt man entweder ein freudiges "Morgen" der anderen Teilnehmer zu hören oder ein nicht ganz so fröhliches "Stromausfall". Aber man gewöhnt sich dran und morgens ist esnicht so schlimm wie abends.
Das TroTro (Kleinbus der nie durch den TÜV kommen würde) nehmen wir dann wann halt ein freies kommt, weil die hier eh alle5 Sekunden vorfahren.
In der Schule bin ich dann meist mit Hausaufgaben kontrollieren, Buchstaben vorschreiben oder mit den Kindern Grimassen schneiden beschäftigt, bzw esse dort manchmal, wenn das Essen nicht gruselig aussieht :D

Im Haus gibt es dann so alltägliche Pflichten, wie Wäsche mit der Hand waschen (Es lebe eine funktionierende Waschmaschine) oder Zimmer aufräumen (Gut, dass macht Mutti zuhause auch nicht mehr:( )
Sonst fahren wir manchmal nachmittags in die Mall oder auf irgendwelche Märkte, um uns lokalen Schmuck oder KrimsKrams zu gönnen.

Freitag geht es auf unsere erste Minireise.
Vielleicht folgen dann mal wieder Bilder.
Vielleicht

30Sept
2014

Ein Sechstel

Den ersten Monat hab ich trotz Cholera und Malaria (Nein, es gibt immer noch kein Ebola) heute erfolgreich abgeschlossen. Statt Krankheiten stören eigentlich nur die Kriminellen, da bis jetzt schon ein Laptop und ein Handy geklaut wurden.

Im Projekt hatten schon wieder zwei Kinder Geburtstag und ich hatte wieder Kuchen und Kekse! Alltag halt.
Die Schulleiterin ist echt super lieb und bietet uns immer an, das Mittagessen zu probieren, damit "wir uns an die ghanaische Schärfe gewöhnen". Wir werden immer besser.

Letzten Freitag hatten wir wieder einen Workshop in einer Schule. Thema Sport. Wir sind erst in der Schule etwas rumgelaufen und dann mit Bussen zu dem "Sportplatz" gefahren. Die Fahrt dahin war eine einzige Party mit riesigen Trommeln und Gesang. Der "Sportplatz" war sandig, es lagen viele Steine drauf und die eine Hälfte war bewachsen. Besonders toll war auch, dass die Tore nicht wirklich gegenüber lagen, aber das ist halt Ghana. Wir haben 2x15 Minuten Fußball gespielt und so rot war ich in meinem Leben noch nie. Dagegen ist jedes Training in Deutschland nix. 

Zum Thema alles ist Party hier. Irgendwann im Oktober sind wir auf einer Beerdigung eingeladen und das soll ja hier auch so eine Feier werden. Wir haben Glück, dass wir nicht die kompletten drei Tage da sein "müssen", sondern nur an einem. Ich bin gespannt.

Zum Abschluss nochmal etwas zum Lachen für alle etwas Schadenfrohen. Ich hab es schon zum zweiten Mal geschafft, mich hier zu erkälten. Das ist aber auch kalt hier mit 28° momentan. 

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